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AG 7: Syntaktische Variation: Theorien und Methoden Raum IG 454 (Erdgeschoss) Mittwoch, 07.03.2012, 15.30 bis 16.00 Uhr
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Alexandra Lenz Universität Wien Syntaktische Arealstrukturen im Deutschen Ausgehend von den Impulsen u.a. von Kaynes Theorie der Mikrovariation hat sich in den letzten 20 Jahren ein breites Spektrum dialektsyntaktischer Studien und Projekte mit vorwiegend theoretischen Interessen bzw. Zielsetzungen ergeben (s. Benincà 1989, Black & Motapanyane 1996, Barbiers et al. 2002, Poletto 2000). Insgesamt haben dialektsyntaktische Projekte die empirische Basis der modernen Linguistik beträchtlich erweitert und gezeigt, dass Dialektsyntax für die verschiedensten linguistischen Disziplinen von höchster Ergiebigkeit ist. Die Forschungsfragen, die im Rahmen des Vortrags diskutiert werden sollen, fokussieren die areal-horizontale Variationsdimension von Syntax mit Blick auf den „tiefsten“ Pol des vertikalen Varietätenspektrums, nämlich die Dialekte: Wie steht es um die areal-horizontale Strukturen von Dialekten? In welchem Zusammenhang stehen syntaktische Arealstrukturen einerseits und „traditionelle“ dialektgeographische Gliederungen andererseits, die hauptsächlich auf phonetisch-phonologischen Phänomenen basieren (s. etwa Wiesinger 1983 für den deutschsprachigen Raum)? In welchem Maße korrelieren dialektsyntaktische Arealstrukturen mit anderen „extralinguistischen“ Faktoren (z.B. geographischen, politischen u.a.)? Die genannten Forschungsfragen werden mit Blick auf den deutschen Sprachraum – genauer: die westmitteldeutsche Dialektlandschaft – diskutiert. Die empirische Basis, auf der die Diskussion aufbaut, liefert das von der DFG drittmittelfinanzierte Projekt „Syntax hessischer Dialekte (SyHD)“, das aktuell an den Universitäten Marburg, Frankfurt und Wien durchgeführt wird und bei dem es sich um das erste großangelegte Dialektsyntaxprojekt in Deutschland handelt (s. http://www.syhd.info/). An 150 Ortspunkten werden mittels multivariater Methoden dialektsyntaktische Daten erhoben, die im Rahmen umfangreicher Korpusanalysen ausgewertet werden. Als Datengrundlage für den Vortrag werden die Ergebnisse der ersten drei (indirekt durchgeführten) Fragebogenrunden dienen. Barbiers, Sjef, Olaf Koeneman, Marika Lekakou & Margreet van der Ham (Hg.) (2002): Syntactic Microvariation. Amsterdam (Meertens Institute Electronic Publications in Linguistics II). Benincà, Paola (Hg.) (1989): Dialect Variation and the Theory of Grammar. Dordrecht. Black, James R. & Virginia Motapanyane (Hg.) (1996): Microparametric Syntax and Dialectic Variation. Amsterdam, Philadelphia: Benjamins. Poletto, Cecilia (2000): The higher Functional Field: Evidence from Italian Dialects. New York, Oxford: Oxford University Press. Wiesinger, Peter (1983): Die Einteilung der deutschen Dialekte. In: Besch, Werner, Ulrich Knoop, Wolfgang Putschke & Herbert Ernst Wiegand (Hg.) (1983): Dialektologie. Ein Handbuch zur deutschen und allgemeinen Dialektforschung [= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft , Bd. 1.2]. Berlin/New York: de Gruyter, 807–900. |